Barrierefreie Webseiten – Prinzip der Bedienbarkeit

Christian Schrofler 07. Januar 2016 0
Barrierefreie Webseiten – Prinzip der Bedienbarkeit

Im Teil 3 dieser 5-teiligen Blogserie geht es um das 2.Prinzip:

Prinzip der Bedienbarkeit

Dieses Gestaltungsprinzip besagt, dass Bestandteile der Benutzerschnittstelle und die Navigation von beeinträchtigten Benutzern bedient werden können.

Es geht bei diesem Prinzip darum, dass Personen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen auch unterschiedliche Möglichkeiten haben sollen, eine Webseite zu bedienen.

Zur Umsetzung für den Programmierer einer Webseite gibt es auch vier Richtlinien und insgesamt 20 Kriterien.

Richtlinie 2.1 Per Tastatur zugänglich (Stufe A, AAA):
Sorgen Sie dafür, dass alle Funktionalitäten per Tastatur zugänglich sind

Wenn alle Funktionen durch die Benutzung der Tastatur durchgeführt werden können, dann ist die Seite von Tastatur-Nutzern ebenso bedienbar, wie durch Spracheingabe (die eine Tastatur-Eingabe erzeugt), mit der Maus (wenn eine Bildschirm-Tastatur verwendet wird) und durch eine große Anzahl assistierender Technologien, die Tastenanschläge simulieren. Keine andere Form der Eingabe ist so flexibel und universell von Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen einsetzbar, solange keine Zeitabhängigkeit der Eingabe vorhanden ist.

Richtlinie 2.2 Ausreichend Zeit (Stufe A, AAA):
Geben Sie den Benutzern ausreichend Zeit, Inhalte zu lesen und zu benutzen

Viele Benutzer mit Beeinträchtigungen benötigen mehr Zeit um eine Aufgabe zu bewältigen als die Mehrheit der Nutzer: Es fällt ihnen schwerer zu reagieren, sie benötigen mehr Zeit um etwas zu lesen, sie benötigen mehr Zeit um etwas zu verstehen oder zu finden und manche benötigen mehr Zeit, weil sie assistierende Technologien einsetzen. Diese Richtlinie soll sicherstellen, dass jene Personen die für sie erforderliche Zeit bekommen, um eine Aufgabe zu bewältigen. Dabei werden zeitliche Abhängigkeiten weitgehend eliminiert und nur dort eingesetzt, wo es technisch nicht anders möglich ist.

Richtlinie 2.3 Anfälle (Stufe A, AAA):
Gestalten Sie Inhalte nicht auf Arten, von denen bekannt ist, dass sie zu Anfällen (z.B. Epilepsie) führen können

Bei Personen, die zu Anfällen neigen, kann dies bereits durch blinkende Inhalte ausgelöst werden. Viele Personen wissen nichts von ihrer Beeinträchtigung, bis sie eintritt. Das Ziel dieser Richtlinie ist es, WCAG 2.0-konforme Inhalte zu liefern, die dieses Blinkverhalten vermeiden – selbst wenn es nur ein oder zwei Sekunden dauert.

Richtlinie 2.4 Navigierbar (Stufe A, AA, AAA):
Stellen Sie Mittel zur Verfügung, um Benutzer dabei zu unterstützen zu navigieren, Inhalte zu finden und zu bestimmen, wo sie sich befinden

Die Intention dieser Richtlinie ist es, Benutzern dabei zu helfen, sich auf der Seite entsprechend zu orientieren. Das ist oft für Personen mit Beeinträchtigungen (z.B. Blinde) weitaus schwieriger. Daher müssen Informationen zur Navigation und möglichen Position auf der Seite zur Verfügung gestellt werden. Screen-Reader, die den Inhalt in synthetische Sprache (Audio) umwandeln, benötigen diese Informationen in linearer Abfolge.

Quelle: w3.org

Im Teil 4 der Blogserie „Barrierefreie Webseiten“: Das Prinzip der Verständlichkeit

Abbildung: Älteres Paar vor dem Computer
Shutterstock.com: Bildnummer: 172192487, Urheber: Robert Kneschke

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