Barrierefreie Webseiten – Prinzip der Verständlichkeit

Christian Schrofler 07. Januar 2016 0
Barrierefreie Webseiten – Prinzip der Verständlichkeit

Im Teil 4 dieser 5-teiligen Blogserie geht es um das 3.Prinzip:

Prinzip der Verständlichkeit

Dieses Gestaltungsprinzip besagt, dass Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle einer Webseite verständlich sein müssen.

Zur Umsetzung für den Programmierer einer Webseite gibt es drei Richtlinien und insgesamt 17 Kriterien.

Richtlinie 3.1 Lesbar (Stufe A, AA, AAA):
Machen Sie Inhalte lesbar und verständlich

Die Intention der Richtlinie ist, dass Personen und assistierende Technologien Textinhalte lesen können und dass Informationen, die der besseren Verständnis dienen, verfügbar sein sollen.

Menschen mit Beeinträchtigungen erleben Texte auf viele verschiedene Arten. Für manche ist es ein visuelles Erlebnis, für andere ein auditives und wieder andere ein taktisches oder ein gemischtes Erlebnis. Manche Benutzer haben große Schwierigkeiten im Erkennen geschriebener Wörter oder im Verstehen von komplexen Texten, selbst wenn diese laut gesprochen werden. Schwierigkeiten bereiten oft auch reine visuelle Darstellungen von Ideen oder Abläufen. Für einige Nutzer ist es schwer die Bedeutung einzelner Wörter zu verstehen. Besonders dann, wenn diese Wörter oder Phrasen in unüblicher Art oder mit einer speziellen Bedeutung verwendet werden. Für sie hängt das Verstehen dann von zusätzlichen Beschreibungen, alternativen Texten oder bestimmten Abkürzungen ab. Während dieses Thema für viele Benutzer ein geringes Problem darstellt, stellt es eine enorme Barriere für Personen mit einer Beeinträchtigung dar. Und in Fällen, wo das Erkennen eines Wortes oder einer Phrase ohne Lautschrift oder Sprachunterstützung nicht möglich ist (darunter fallen auch viele fremde Schriftzeichen), sollte auch diese Unterstützung angeboten werden.

Richtlinie 3.2 Vorhersehbar (Stufe A, AA, AAA):
Sorgen Sie dafür, dass Webseiten vorhersehbar aussehen und funktionieren

Diese Richtlinie soll sicherstellen, dass der präsentierte Inhalt in einer vorhersehbaren Reihenfolge von Webseite zu Webseite vorliegt und dass das Verhalten der Navigation, der Funktionen und von interaktiven Komponenten ebenso vorhersehbar ist. Für manche Benutzer ist es schwer, einen Überblick über die Webseite zu gewinnen: Screenreader lesen Inhalte als eindimensionalen Textfluss vor, der es erschwert komplexe Zusammenhänge zu erkennen. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen könnten verwirrt werden, wenn Inhalte an verschiedenen Stellen und Seiten erscheinen.

Richtlinie 3.3 Hilfestellung bei der Eingabe (Stufe A, AA, AAA):
Helfen Sie den Benutzern dabei, Fehler zu vermeiden und zu korrigieren

Jeder macht Fehler. Aber, Menschen mit Beeinträchtigungen haben größere Schwierigkeiten fehlerfreie Eingaben zu machen. Zusätzlich fällt es manchen schwerer, zu erkennen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Typische Fehlererkennungsmethoden helfen hier nicht, wegen beeinträchtigtem Sehfeld, limitierter Farberkennung oder wegen der Benutzung einer assistierenden Technologie. Diese Richtlinie zielt darauf ab, schwere oder nicht mehr rückgängig machbare Fehler zu reduzieren, die Wahrscheinlichkeit der Fehlererkennung durch den Benutzer zu erhöhen und dem User dabei zu helfen, Fehler wieder zu korrigieren.

Quelle: w3.org

Im letzen und fünften Teil der Blogserie „Barrierefreie Webseiten“: Das Prinzip der Robustheit

Abbildung: Barrierefreie Webseiten. Junge Frau hilft älterer Dame bei der Bedienung eines Tablet-Computers.
Shutterstock.com: Bildnummer: 205134538, Urheber: SpeedKingz

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